
Eine «steigende Skepsis gegenüber den Medien» stellt der Zürcher Medienwissenschaftler Linards Udris fest: 2016 waren in der Schweiz 59 Prozent der Befragten «sehr» oder «äusserst» an Nachrichten interessiert – 2024 sind es noch 48 Prozent. Damit hat das Interesse an Nachrichten messbar abgenommen, wenn auch nicht so stark wie in vielen anderen Ländern. Im Webinar führt Linards Udris den Rückgang auf einen «gewissen Informationsüberdruss» zurück, der wohl mit den «grossen Krisenereignissen» wie Pandemie und die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zu tun habe.
In den letzten acht, neun Jahren lag der Anteil derjenigen, die den Medien nicht vertrauen, immer zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Gesellschaft. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz beim Medienvertrauen im oberen Mittelfeld. Sie schneidet besser ab als Länder, die man als polarisiert bezeichnet.
Learning
Journalistinnen und Journalisten denken häufig, die Leserschaft wisse doch, wie bestimmte Dinge ablaufen. Doch das trifft nicht zu. Es braucht generell mehr Aufklärung, wie Journalismus funktioniert. Die Medienhäuser müssten die Leute noch stärker beteiligen und besser hören, welche Themen sie interessieren.
Referent: Linards Udris
Datum: Donnerstag, 14. November 2024
Werbung


