Die Academy-Angebote bis heute
Seit 2024 bietet die Edito Academy Webinare an für Medienschaffende und Journalist:innen. Das Angebot wird seit Beginn stetig ausgebaut.
Hier finden Sie einen Überblick über das gesamte Angebot inkl. Learnings der letzten beiden Jahre.
Bisherige Webinare
Brainstorming mit KI
Künstliche Intelligenz kann nicht nur Aufgaben automatisieren, sie kann auch anregen, neue Perspektiven einbringen und dabei helfen, Denkschubladen zu sprengen. Für Brainstorming auf der Redaktion kann die KI deshalb ein wertvoller Sparringpartner sein.
Alexandra Stark hat in diesem Webinar gezeigt, wie Medienschaffende KI-Tools gezielt für den kreativen Prozess nutzen können: bei der Themenfindung, dem Entwickeln von Storylines oder der Suche nach ungewöhnlichen Zugängen. Sie hat erklärt, wie man KI so fragt, dass sie nützt und wann man besser wieder auf die eigene Intuition hört.
Learning
Mit Hilfe von ausgebauten Prompts lassen sich Brainstorming-Abläufe und «Rezepte» in der KI nachbauen. Wer weiss, was er will, kann die KI wirkungsvoll dafür einsetzen, alle Publikumssegmente oder alle Themenzugänge durchzudeklinieren. Die beste Vorbereitung auf eine KI-Strategie ist es deshalb, bestehende Abläufe und Denk-Algorithmen niederzuschreiben und zu formalisieren.
Die KI liefert auf Knopfdruck Dutzende von Themenvorschlägen und eignet sich so vor allem für die Vorbereitung von Redaktionssitzungen und das Entdecken von brachliegenden Themen. Für die Auswahl des richtigen Zugangs und die Umsetzung braucht es dann menschliche Erfahrung und Intuition.
Während des Webinars entsteht ein Raum des gemeinsamen Lernens und der kollektiven Orientierung, der Journalistinnen und Journalisten angesichts des rasanten technologischen Wandels spürbar Halt und Kompetenzerweiterung bietet.
Alexandra Stark betonte, wie zeitintensiv der Prozess des Experimentierens, Testens und Optimierens bei der Entwicklung von KI-Tools für Redaktionen ist. Durch das Teilen dieses Erfahrungswissens untereinander lassen sich Entwicklungszyklen verkürzen, und Journalistinnen und Journalisten können deutlich schneller von den Effizienzgewinnen dieser Technologien profitieren.
Referentin: Alexandra Stark, Journalistin und KI-Beraterin
Datum: Donnerstag, 13. Nov. 2025
Ist dieses Bild echt? KI, Fakes und Bildverifikation
Bilder können lügen – und das tun sie immer öfter. Mit KI-generierten Bildern, manipulierten Aufnahmen und aus dem Kontext gerissenen Szenen wird gezielt Desinformation betrieben. Für Medienschaffende stellt sich täglich die Frage: Kann ich diesem Bild trauen?
Alessandro della Valle, Cheffotograf Keystone-SDA, hat anhand von Beispielen gezeigt, wo bei Keystone-SDA die Grenzen der Bildbearbeitung liegen und wann aus Bearbeitung Manipulation wird. Manchmal ist es gar nicht so einfach, die Grenzen deutlich zu ziehen, zumal bei digitalen Kameras die Bearbeitung des Bildes bereits im Moment der Aufnahme beginnt,
Jan Ludwig, Leiter des OSINT-Teams der NZZ in Zürich, hat anhand von Nachrichtenbeispielen von Meldungen auf X, Facebook und anderen Sozialen Medien gezeigt, wie schwierig es heute ist, echte und falsche Bilder zu unterscheiden.
Learning
Jan Ludwig hat mit seinen Beispielen gezeigt, dass die entscheidende Frage im redaktionellen Alltag lautet: Hat sich das, was da abgebildet wird, tatsächlich ereignet? Um das herauszufinden, gibt es elaborierte Methoden der Bildverifikation. In der Praxis ist es aber manchmal zielführender, zum Telefon zu greifen und persönlich nachzufragen.
Referenten: Jan Ludwig, Leiter des OSINT-Teams der NZZ in Zürich und Alessandro della Valle, Cheffotograf Keystone-SDA
Datum: Donnerstag, 30. Okt. 2025
KI-unterstütztes Schreiben: Praxistipps von Thomas Benkö
Thomas Benkö verzahnt beim «Blick» künstliche Intelligenz und Journalismus. Im Edito-Webinar hat er seine besten Tipps und Tricks verraten: Er hat gezeigt, wie Journalistinnen und Journalisten KI-Werkzeuge im Alltag nutzen können, ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben. Er ist überzeugt, dass die KI Medienschaffenden die Arbeit leichter machen kann, damit sie ihre Zeit wieder mehr für Kreatives und für die Recherche einsetzen können.
Learning
Thomas Benkö hat eindrücklich vorgeführt, wie der «Blick» bei Recherchen mit umfangreichem Datenmaterial umgeht und wie sich aus grossen Datenbeständen im sprichwörtlichen Handumdrehen die relevanten Informationen extrahieren lassen.
Sein Tipp: Lange Prompts sind nicht unbedingt besser als kurze. Wichtig sind präzise Anweisungen.
Referent: Thomas Benkö, AI Innovation Lead Newsroom beim «Blick»
Datum: Mittwoch, 29. Oktober 2025
Lass die KI für Dich arbeiten: Agenten und CustomGPTs im journalistischen Alltag
KI kann mehr, als nur Texte zu schreiben. Mit intelligenten Agenten und massgeschneiderten CustomGPTs lassen sich Aufgaben automatisieren und Arbeitsabläufe vereinfachen. Das Versprechen: Ganz ohne Programmierkenntnisse können Sie sich Ihren persönlichen KI-Assistenten bauen.
Reto Vogt hat in diesem Edito-Webinar gezeigt, wie Medienschaffende mit KI-Agenten und CustomGPTs arbeiten können. Nützlich ist dabei, dass sich wiederkehrende Aufgaben delegieren lassen und eigenes Wissen eingebunden werden kann, ohne dabei die journalistische Qualität und Kontrolle zu verlieren.
Learning
Wer sich unter einem KI-Agenten eine Art digitales Heinzelmännchen vorstellt, das von selbst arbeitet, wird (noch) enttäuscht: Die agentische KI steckt noch in den Kinderschuhen. Ganz besonders gilt das für die KI-Browser. Die überzeugen noch nicht. Nützlich in Teams ist vor allem die Custom-Technik, wie sie Custom-GPTs und Gems möglich machen. Nützliche Tools erledigen manchmal auch nur kleine Aufgaben. So schickt Visualping.io eine Benachrichtigung, wenn sich auf einer Website etwas ändert. Das Tool eignet sich gut für die Überwachung eines Handelsregistereintrags.
Referent: Reto Vogt, Studienleiter Digitale Medien am MAZ
Datum: Dienstag, 21. Okt. 2025
Texte verbessern mit KI
KI kann auf Knopfdruck Texte produzieren. Die Ergebnisse wirken jedoch oft blutleer und uninspiriert. Was viele nicht wissen: Die wahre Stärke von KI-Werkzeugen liegt im Redigieren, Verfeinern und Variieren bestehender Texte.
Reto Vogt hat in diesem Webinar gezeigt, wie sich KI gezielt einsetzen lässt um Texte präziser und lebendiger zu gestalten, kreative Varianten zu entwickeln und den eigenen Schreibprozess zu optimieren.
Learning
Der KI-Einsatz ist umso wirkungsvoller, je genauer ich weiss, wen ich mit meinem Text erreichen will. So hat Reto Vogt eindrücklich gezeigt, wie man mit ChatGPT einen prototypischen Leser erschaffen und ihn Feedback aus Leser:innenperspektive geben lassen kann.
Dafür definiert man mit ChatGPT eine Leserin, einen Leser (etwa: Hans, 58, Landwirt, liest am Abend auf dem Tablet) und stellt dann konkrete Frage. Zum Beispiel: «Versteht Hans alle Begriffe oder stolpert er über Fachjargon?», «Ist der Text zu langatmig für jemanden, der wenig Lesezeit hat?» «Wo muss ich nachbessern, damit Hans den Text begeistert liest?» «Wie liesse sich das für Hans spannender formulieren?»
Die Rückmeldungen der KI auf so konkrete Fragen sind sehr spezifisch und lassen sich entsprechend präzise umsetzen.
Referent: Reto Vogt, Studienleiter Digitale Medien am MAZ
Datum: Mittwoch, 3.Sept. 2025
Eigene Texte bewerben
Der Podcast ist im Kasten, das Interview online,die Reportage produziert – jetzt fehlen nur noch die Gebrauchstexte dazu: Die Postings für die sozialen Medien, der Anriss für den Newsletter, die Promo für die Website. Wie bringt man journalistische Inhalte dafür auf den Punkt? Und wie kann dabei Künstliche Intelligenz unterstützen?
Arne Völker hat in diesem Edito-Webinar gezeigt, wie Medienschaffende mit KI-Tools präzise, kreative und plattformspezifische Postings entwickeln – vom aufmerksamkeitsstarken Teaser bis zur variantenreichen Headline.
Learning
Arne Völker hat gezeigt, wie man mit KI in mehreren Schritten einen Text in seine inhaltlichen Bausteine zerlegt (Chunks), wie man daraus die interessantesten Elemente identifiziert (Golden Nuggets) und diese kommunikativ einsetzt.
Referent: Arne Völker, Kommunikationsberater
Datum: Dienstag, 19. Aug. 2025
Journalistisch Schreiben mit KI – wie künstliche Intelligenz das Handwerk unterstützt
Was kann KI im journalistischen Alltag wirklich leisten und wo liegen die Grenzen? In diesem Edito-Webinar hat Reto Vogt gezeigt, wie Medienschaffende KI-Tools gezielt für das journalistische Schreiben einsetzen können. Es ging dabei um das Strukturieren von Text, das Optimieren einzelner Passagen und die effiziente Textproduktion. Reto hat gezeigt, wie KI-Werkzeuge Journalistinnen und Journalisten einen echten Mehrwert bieten können, ohne dass sie dabei die Kontrolle aus der Hand geben.
Learning
Reto Vogts wichtigsten Tipps zum Thema Prompting sind: Projekte nutzen. Beim gleichen Thema in derselben Konversation bleiben. Möglichst viel Kontext und Überlegungen mitgeben. Klare Aufträge formulieren. Fragen, welche Angaben die KI noch braucht, um den Auftrag auszuführen.
Referent: Reto Vogt, Studienleiter Digitale Medien am MAZ
Datum: Dienstag, 12.Aug. 2025
Im Podcast-Kosmos mit Sabine Meyer
Was macht einen Podcast erfolgreich? Wie findet man das richtige Thema, wie bleibt man dran und wie schafft man es, gehört zu werden? Im Edito-Webinar hat Sabine Meyer Einblicke in ihren Arbeitsalltag gegeben. Sie produziert «Beziehungskosmos», einen der meistgehörten Podcasts der Schweiz. Im Gespräch hat sie über Formatentwicklung, redaktionelle Strategien, Audioqualität, die Distribution und über das richtige Mass zwischen Nähe und Professionalität gesprochen.
Learning
Besonders fruchtbar war in diesem Webinar die Diskussion. Sabine Meyer hat viele Detailfragen beantwortet, von der Wahl des richtigen Mikrofons über Schnittsoftware und Ambient-Sound bis zur besten Strategie für die Verbreitung. Die war beim «Beziehungskosmos» einfach: Journalistin Sabine Meyer und Psychotherapeutin Felizitas Ambauen haben einfach losgelegt.
Referentin: Sabine Meyer, Podcasterin und Journalistin
Datum: Dienstag, 26.Juni 2025
Texte verbessern mit KI
KI kann auf Knopfdruck Texte produzieren. Doch oft wirken diese Ergebnisse blutleer und uninspiriert. Was viele nicht wissen: Die wahre Stärke von KI-Werkzeugen liegt im Redigieren, Verfeinern und Variieren bestehender Texte.
In diesem Webinar hat Reto Vogt gezeigt, wie Sie KI gezielt einsetzen können, um Texte präziser und lebendiger zu gestalten, kreative Varianten zu entwickeln und den eigenen Schreibprozess zu optimieren.
Learning
Reto Vogt zeigte die Textverbesserung anhand von Language Tool, Deepl Write, ChatGPT und Claude. Während erstere sich stark am Text orientieren und eine Art ausgebaute Textkorrektur anbieten, sind letztere in der Lage, einen Text komplett umzuschreiben. Dabei geht allerdings auch gern die Kontrolle verloren.
Referent: Reto Vogt, Studienleiter Digitale Medien am MAZ
Datum: Dienstag, 3. Juni 2025
Journalistische Texte schreiben mit KI
Es ist der (Alp-) Traum jedes Schreibenden: Die KI schreibt Texte auf Kommando, nimmermüde und ohne Schreibfehler. Aber funktioniert das wirklich so? Was kann KI im journalistischen Alltag wirklich leisten und wo liegen die Grenzen? In diesem Edito-Webinar hat Reto Vogt gezeigt, wie Medienschaffende KI-Tools gezielt für das journalistische Schreiben einsetzen können. Es ging dabei sozusagen um die ersten Schreibversuche mit der KI. Die zentrale Frage: Wie kann man beim Schreiben mit der KI Mehrwert erzielen, ohne die Kontrolle über den Text aus der Hand zu geben?
Learning
Reto zeigt und demonstriert konkret, wie sich die KI einsetzen lässt für das Formulieren von Titel, Lead und Zwischentiteln, um Varianten für eigene Formulierungen und flüssigere Übergänge zu erzeugen und mit treffenderen, präziseren Sätze eine bessere Wirkung zu erzielen. Fazit: Die KI ist dann gut, wenn bereits ein Text vorliegt.
Referent: Reto Vogt, Studienleiter Digitale Medien am MAZ
Datum: Dienstag, 6. Mai 2025
Bluesky, das neue X
Für Journalistinnen und Journalisten war das alte Twitter jahrelang das wertvollste soziale Netzwerk: Nachrichten in Echtzeit, direkte Vernetzung mit Quellen, Kolleg:innen und Politiker:innen, schnelle Verbreitung eigener Beiträge und spannende Diskussionen. Für Journalist:innen, die online unterwegs waren, gehörte Twitter zum Alltag. Doch diese Zeiten sind vorbei: Twitter heisst jetzt X, ist zum persönlichen Spielzeug von Elon Musk geworden und die meisten Medienschaffenden halten es für unbrauchbar. Was nun?
Im Webinar hat Reto Vogt die wichtigsten Kniffe und Tricks gezeigt, wie man BlueSky zu seinem neuen Twitter machen kann.
Learning
Der wahrscheinlichste Nachfolger von Twitter/X heisst BlueSky. Der Kurznachrichtendienst erinnert stark an die frühen Jahre von Twitter. Schon jetzt ist BlueSky für Journalistinnen und Journalisten unverzichtbar und eine echte Bereicherung. Ein Grund dafür ist die dezentrale Struktur: Wer Inhalte auf BlueSky veröffentlicht, bedient damit nicht eine einzelne Firma, sondern ein unabhängiges Netzwerk. Der Hauptfeed ist nicht algorithmisch sortiert, sondern zeigt die Beiträge chronologisch. Das erlaubt einen direkteren Überblick über Themen und Diskussionen – wichtig für Recherche und News-Monitoring. Nutzer:innen können sich eigene Feeds nach Themen, Quellen oder Hashtags zusammenstellen. Das ist ideal für Medienschaffende, die bestimmte Themen oder Regionen systematisch beobachten wollen.
Referent: Reto Vogt, Studienleiter Digitale Medien am MAZ
Datum: Dienstag, 1. April 2025
Sind Journalisten zu links und zu gut gebildet?
Eine Studie der ZHAW zeigt Nachholbedarf in Sachen Diversität auf den Redaktionen. Während sich die Geschlechterquote angeglichen hat, ordnen sich die Journalistinnen und Journalisten selbst deutlich weiter links ein als die Bevölkerung: 76 Prozent der Befragten politisch links der Mitte – und zwar unabhängig davon, ob sie bei privaten oder öffentlichen Medien arbeiten. Sorgen machen den Medienschaffenden die Anstellungsbedingungen: Die Zahl der befristeten Stellen ist stark angestiegen, viele Journalisten fürchten, innert 12 Monaten ihren Job zu verlieren.
2023 lag der Frauenanteil auf den Redaktionen bei 44 Prozent. Auch im Jahr 2023 arbeiten Frauen weniger häufig in Führungspositionen als Männer – der Unterschied liegt bei rund 7 Prozent. Im Vergleich zu früheren Studien sind Journalisten heute älter: Das Durchschnittsalter auf den Redaktionen beträgt 42.9 Jahre. 87 Prozent der Journalist:innen geben an, dass sie in der Schweiz geboren sind. Von den übrigen 13 Prozent stammen zwei Drittel aus den Nachbarländern Deutschland, Frankreich und Italien.
Learning
Im Webinar stellte Vinzenz Wyss die Studienresultate vor und appellierte an die Redaktionen, für mehr Diversität zu sorgen. Er erinnerte aber auch daran, dass man Einstellung und Arbeit nicht gleichsetzen dürfe. «Wer aus der Selbsteinschätzung der politischen Einstellungen von Journalist:innen Schlussfolgerungen im Hinblick auf deren Berichterstattung ziehen will, sollte dies mit Vorsicht tun. So wäre etwa die Folgerung wenig plausibel, mehrheitlich linksorientierte Journalist:innen würden linke Regierungen oder Parteien unterstützen.»
Referent: Vinzenz Wyss, Professor für Journalistik an der ZHAW
Datum: Montag, 16.12.2024
Was tun mit Newsdeprivierten?
Die Forschungsresultate des fög zeigen einen steigenden Anteil von «News-Deprivierten», also von Menschen, die keine Angebote klassischer Medien mehr konsumieren und auch auf den Sozialen Medien den Nachrichten eher ausweichen. 46 Prozent der Menschen in der Schweiz konsumieren nach dieser Untersuchung kaum mehr journalistische Medien. Sie haben sich von den Medien abgewendet. Im Edito-Webinar gab Linards Udris Einblicke in die Forschung.
Learning
Ein Patentrezept, wie man News Deprivierten wieder mit Medien erreichen kann, hat die Forschung nicht. Konstruktiver Journalismus könnte einen gewissen Effekt haben. Linards Udris sagt, es gebe ein Bedürfnis nach Nachrichten, die Lösungen präsentieren.
Referent: Linards Udris, stellv. Forschungsleiter fög sowie Oberassistent am IKM der Universität Zürich
Datum: Dienstag, 13.1.2025
Studie zu Medienvertrauen
Eine «steigende Skepsis gegenüber den Medien» stellt der Zürcher Medienwissenschaftler Linards Udris fest: 2016 waren in der Schweiz 59 Prozent der Befragten «sehr» oder «äusserst» an Nachrichten interessiert – 2024 sind es noch 48 Prozent. Damit hat das Interesse an Nachrichten messbar abgenommen, wenn auch nicht so stark wie in vielen anderen Ländern. Im Webinar führt Linards Udris den Rückgang auf einen «gewissen Informationsüberdruss» zurück, der wohl mit den «grossen Krisenereignissen» wie Pandemie und die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten zu tun habe.
In den letzten acht, neun Jahren lag der Anteil derjenigen, die den Medien nicht vertrauen, immer zwischen einem Fünftel und einem Viertel der Gesellschaft. Im internationalen Vergleich liegt die Schweiz beim Medienvertrauen im oberen Mittelfeld. Sie schneidet besser ab als Länder, die man als polarisiert bezeichnet.
Learning
Journalistinnen und Journalisten denken häufig, die Leserschaft wisse doch, wie bestimmte Dinge ablaufen. Doch das trifft nicht zu. Es braucht generell mehr Aufklärung, wie Journalismus funktioniert. Die Medienhäuser müssten die Leute noch stärker beteiligen und besser hören, welche Themen sie interessieren.
Referent: Linards Udris, stellv. Forschungsleiter fög sowie Oberassistent am IKM der Universität Zürich.
Datum: Dienstag, 14.11.2024
Selbstvermarktung auf Linkedin
Als vertiefende Begleitmassnahme zur Edito-Ausgabe über Selbstvermarktung für Journalisten zeigt Rald Ressmann, wie Medienschaffende auf LinkedIn zu Präsenz und Reichweite kommen. Er führt ein in den Algorithmus des Netzwerks und zeigt, wie man das Netzwerk gnädig stimmen kann.
Learning
Das eigentliche Posting, also eine vernünftige Meldung zu schreiben, ist für Medienschaffende meist kein Problem. Offensichtlich reagiert LinkedIn aber nicht nur auf den Inhalt, sondern auch auf das Verhalten, also auf Reaktionen und Kommentare. Wer Reichweite erzeugen will, darf also nicht nur publizieren, sondern muss auch interagieren.
Referent: Ralf Ressmann, strategischer Marketing- und Kommunikationsberater
Datum: Dienstag, 28.8.2024
Unterstützt durch: Mobiliar Versicherungen

