KI verstehen für Einsteiger:innen

06.09.2026

KI verstehen für Einsteiger:innen

KI verstehen für Einsteiger:innen

Wir sind uns einig: Künstliche Intelligenz werden wir nicht so rasch wieder los. Deshalb ist es besser, ihre Funktionsweise zu verstehen. In dieser KI-Einführung für Medienschaffende haben wir die Basics erklärt, in die unterschiedlichen Angebote und Systeme eingeführt und alle Fragen beantwortet, die man sonst nicht zu stellen wagt.

Matthias Zehnder erklärte die grundlegenden Funktionsweisen von KI-Systemen. Er verdeutlichte, dass Large Language Models wie ChatGPT auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen basieren und das jeweils nächste Token vorhersagen, ohne den Inhalt, also die Bedeutung der Wörter, wirklich zu verstehen.

Er machte auf zwei Probleme aufmerksam: das Papagei-Problem (KI generiert Sprache ohne Verständnis: die KI versteht nicht, was sie macht) und das Blackbox-Problem (die Entscheidungslogik bleibt undurchschaubar: Wir verstehen auch nicht, was die KI macht).

Matthias sieht die Herausforderungen für die Medienbranche in drei Punkten:

  • Suchmaschinen liefern direkte KI-Antworten: Die KI ersetzt Medien.
  • KI wird im Alltag an Stelle von Menschen eingesetzt: Die KI ersetzt Medienschaffende.
  • Das Internet füllt sich mit KI-generierten Inhalten («AI Slop»): Die KI ersetzt Inhalte.

Er sagt voraus, dass sich die Medienwelt polarisieren wird zwischen einem Qualitätspol mit hochwertigen menschlichen Inhalten und einem Massenbereich mit KI-Produktionen. Die zentrale Botschaft: KI sollte als Assistent dienen, der die Medienschaffenden besser macht, nicht als Ersatz für journalistische Kernkompetenzen.

Learnings

Verantwortung bleibt beim Menschen: KI-Systeme dürfen aufgrund ihrer Blackbox-Natur nicht für kritische Entscheidungen eingesetzt werden. Die Verantwortung und damit die finale Kontrolle muss beim Menschen bleiben.

KI nur im Kompetenzbereich einsetzen: Das bedeutet, dass wir die KI nur da einsetzen sollten, wo eigene Kompetenzen vorhanden sind. Konkret: Setz die KI nur bei Aufgaben ein, die Du auch ohne KI erledigen könntest, deren Ergebnis Du also selbst beurteilen kannst.

Menschliche Stärken bewahren: Journalisten sollten ihre Domänen, vor allem das Erleben der Welt und das kreative Schreiben, unbedingt behalten, und die KI nur für das Verarbeiten und Verbessern beiziehen.

Präzise Aufträge formulieren: Erfolgreiche KI-Nutzung erfordert Prompt Engineering mit klaren, spezifischen Anweisungen.

KI als Fragemaschine nutzen: Verwende die KI als Beraterin und Dialog-Partner, nicht als reine Antwortmaschine.

Datenschutz beachten: Verarbeite in KI-Systemen nur Daten, die öffentlich zugänglich sein dürfen.

Das Rolltreppenphänomen vermeiden: Zu häufige KI-Nutzung kann eigene Fähigkeiten schwächen – bewusster Einsatz ist entscheidend.

Spezialisierte Tools bevorzugen: Setz spezifische Werkzeuge wie Whisper Flow (Transkription), Duden Mentor (Korrektur) oder Zotero (Quellenmanagement) ein statt universeller KI-Systeme.

Referent: Matthias Zehnder
Datum: Dienstag, 20. Januar 2026

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